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In den letzten Jahren haben Tarifverträge an Bedeutung gewonnen, um neue Arbeitszeitregelungen zu regeln oder Optionen dafür auf Betriebsebene zu schaffen. Der Trend ist auf die Forderung der Arbeitgeber nach mehr Arbeitszeitflexibilität und auf die Forderungen der Gewerkschaften nach mehr Autonomie zurückzuführen. Im Rahmen eines 2016 abgeschlossenen Tarifvertrags können Arbeitnehmer, die bei den Unternehmen der Deutschen Bahn beschäftigt sind, zwischen einer Lohnerhöhung, einer Verkürzung der Wochenarbeitszeit oder zusätzlichen sechs freien Tagen wählen. Im Chemie- und Bergbausektor sieht der Tarifvertrag von 2017 eine Öffnungsklausel vor, um von der sektoralen Wochenarbeitszeit auf Betriebsebene abzuweichen, indem bestimmten Einheiten oder Gruppen von Arbeitnehmern die Wahl zwischen 35 und 40 Stunden zur Verfügung gestellt wird. Sehr lange Arbeitszeiten von bis zu 12 Stunden sind ebenfalls erlaubt. Die Anpassungszeit wird auf 36 Monate verlängert (die EU-Arbeitszeitrichtlinie sieht vier Monate vor). Der im Metall- und Maschinensektor im Jahr 2018 abgeschlossene Tarifvertrag enthält eine Öffnungsklausel, die allen Arbeitnehmern die Möglichkeit gibt, ihre Arbeitszeit für einen bestimmten Zeitraum auf mindestens 28 Stunden zu reduzieren und danach wieder vollzeitbeschäftigt zu werden und andererseits den Anteil der Arbeitnehmer, die Überstunden leisten, zu erhöhen, um den Mitgliederrückgang zu überstehen. , die überwiegende Mehrheit der Arbeitgeberorganisationen bieten eine Mitgliedschaft ohne verbindliche Verpflichtung zur Anwendung von Tarifverträgen an. Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden, dass sie dies tun dürfen, da Mitglieder, die keine Tarifverträge anwenden, die Organisation in tariflichen Fragen nicht beeinflussen. Handwerksgilden, die an Tarifverhandlungen teilnehmen, ist es untersagt, unverbindliche Mitgliedschaften anzubieten.

Baumann, H., Klenner, C. und Schmidt, T. (2019), Entgeltgleichheit von Frauen und Männern – Wie wird das Entgelttransparenzgesetz in Betrieben umgesetzt? , WSI-Report Nr. 45, Düsseldorf. Die Sonntagsarbeit ist unter Art. 9 und 10 des Arbeitszeitgesetzes. Kunst. 9 besagt, dass an Sonn- und Feiertagen die Arbeit von 0.00 bis 24.00 Uhr verboten ist. Bei laufenden Schichtarbeiten kann die 24-Stunden-Ruhezeit sechs Stunden vor oder nach dem normalen Zeitrahmen beginnen.

Kunst. 10 gibt die Ausnahmen von der Regelung des Art. 9: Schichtarbeiter im verarbeitenden Gewerbe (wo die Einhaltung von Art.9 zu mehr Personal führen würde); Arbeiter in Bäckereien (für maximal drei Stunden); Arbeitnehmer in bestimmten Finanzdienstleistungen; Feuerwehr und Polizei; Arbeiter in Hotels und Restaurants, in Krankenhäusern, Live-Performance, Medien, industrielle Reinigung, Sicherheit und Kontrolle, Verkehr, Landwirtschaft und andere. In der Privatwirtschaft berichtete der Arbeitgeberverband der Automobilindustrie, dass 71 % seiner Mitglieder den von Gesamtmetall und IG Metall genehmigten Branchentarifvertrag nicht umsetzten. Gesamtmetall argumentierte, dass Branchenvereinbarungen flexibel gestaltet werden müssten, um attraktiv zu bleiben, während die IG Metall Proteste inszenierte und erklärte, die Arbeitgeber versuchten, die Situation auszunutzen und nicht auf die Umstellung auf Industrie 4.0 vorbereitet seien.